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Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz hatte der Gesetzgeber zum 1. Januar 2017 einen sozialrechtlichen Paradigmenwechsel vollzogen. So wurde nicht nur der Begriff der Pflegebedürftigkeit neu gefasst und die alten Pflegestufen durch die neuen Pflegegrade ersetzt. Ebenso die Prüfungskriterien für die Einstufung und die Beurteilung einer Pflegebedürftigkeit wurden maßgeblich verändert. Für die vollstationäre Pflege wurde der von den Versicherten zu tragende einrichtungseinheitliche Eigenanteil an den Pflegekosten eingeführt.

Eigenverantwortliche Vorsorge bleibt aus

Die demografischen Änderungen in Deutschland bewirken einen weiteren Anstieg der Pflegekosten. Vor diesem Hintergrund erscheint der Kollaps der sozialen Pflegeversicherung realistisch.

Allerdings kann ein umlagefinanziertes Sozialversicherungssystem nur dann bestehen, wenn der Balanceakt von Beitragseinnahmen und Leistungsausgaben zu einer schwarzen Null führt. Eine Aufgabe, welche die Pflegepflichtversicherung in den Jahren 2017 und 2018 nicht meisternbewältigen konnte. So überstiegen in diesen beiden Jahren die Leistungsausgaben die Beitragseinnahmen um 2,42 Milliarden Euro beziehungsweise um 3,55 Milliarden Euro.

pflegefallEine Entschärfung dieser prekären Situation ist nicht zu erwarten, vor allem nicht vor dem Hintergrund einer weiter steigenden Lebenserwartung. Zusätzlich kommt noch ein seit dem Jahr 1972 durchgängiger Geburtenunterschuss und steigende Pflegekosten dazu. Nicht zuletzt in Kenntnis dieser problematischen Situation bleibt die eigenverantwortliche Vorsorge für den Fall einer Pflegebedürftigkeit weit hinter den Erwartungen zurück.

 

Nur fünf Prozent haben vorgesorgt

Zum 31. Dezember 2019 bezifferten der PKV-Verband und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaf (GDV) die Vertragszahlen wie folgt: Geförderte Pflegezusatzversicherungen 917.400, Pflegekostenversicherung 366.700, Pflegetagegeldversicherungen 2.643.900, Pflegerentenversicherungen 251.100.

Diese Vertragszahlen entsprechen in erster Näherung einer Marktsättigung von fünf Prozent oder anders ausgedrückt: 95 Prozent der Bewohner unserer Republik haben keinen privaten Vorsorgevertrag für die Absicherung des Risikos einer Pflegebedürftigkeit abgeschlossen.